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Viel Vergnügen!
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| Das Rialto-Kino in New York, 1978 |
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Porn-Chic
Merchandise
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Joe
D'Amato
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Rocco
Siffredi
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Artie und James Mitchell, bekannt als die Mitchell Brothers und Pornofilmer aus Passion, sahen sich im Jahr 1971 mit der Klage konfrontiert die ihnen zur Last legte das menschliche Liebesspiel ohne sozialen Bezug zu zeigen. Sexuelle Handlungen also, die nicht mit einer Story bzw. mit plausibler menschlicher Interaktion verknüpft sind. Mit solcher Art Sexfilm hatte die amerikanische Justiz zu der Zeit große Probleme. Jedenfalls war es plötzlich im ureigensten Interesse der Regisseure so etwas wie Rahmenhandlung in ihre Filme einfließen zu lassen um vor Gericht bestehen zu können.
Make love not war!
Diese Umstände gepaart mit der Atmosphäre der späten Hippieära, der freien Liebe, dem Cannabisduft und LSD, setzten ungeahnte kreative Prozesse in Gang, die 1972 mit Deep Throat und Behind The Green Door zum ersten Mal in Pornofilmen gipfelten, die mit jeglichen Sehgewohnheiten brachen und die auf enorme Resonanz bei Presse und Publikum stießen. Während es Deep Throat dabei noch an überzeugender Qualität mangelte und der Film eigentlich nur durch geschicktes Marketing so erfolgreich wurde, konnte Behind The Green Door auf Grund seiner künstlerischen Ästhetik auch kritischeres Publikum überzeugen. Porno wurde über Nacht on vogue, die New York Times kreierte den Begriff des Porn Chic und träumte wie so viele von der Verschmelzung von Mainstream- und Pornofilm. Niemand brauchte sich mehr zu schämen dabei gesehen wenn er in der langen Schlange vor der Kasse eines Pornokinos stand und hoffte an Karten zu kommen. Im Gegenteil war es wichtig sich sein eigenes Urteil zu bilden über Marilyn Chambers und Linda Lovelace, den zu Ikonen gewordenen Hauptdarstellerinnen der beiden Filme. Der Besitz einer Kinokarte für einen Pornofilm war ein politisches Statement für kulturelle und sexuelle Offenheit und gegen Zensur, Prüderie und Vietnamkrieg - make love not war!
In bed with Bonnie und Clyde
Das Golden Age Of Porn nahm an Fahrt auf und viele Filmemacher versuchten jetzt an den Erfolg von Deep Throat und Behind The Green Door anzuknüpfen, was immer wieder ansehnliche und skurrile Filme zur Folge hatte, doch was auch zu einer großen Zahl unsäglicher Ergebnisse führte. Letzteres vor allem dann, wenn die Rahmenhandlung der Filme vorgab es gehe nicht nur um Erotik. Wenn also in ein Pornofilm durch Verfolgungsjagden und Schießereien zwischen Bankräuber und Polizei Spannung aufbauen wollte und dabei vergaß, dass das Publikum nur an den Sexszenen zwischen Bonnie und Clyde interessiert ist.
| Zuerst kamen fast ausschließlich die Raincoaters, Männer, deren Regenmantel genug Sichtschutz boten um im Kino unerkannt zu bleiben. Doch das heimliche Filmvergnügen wurde bald gestört. Einerseits lockten Filme wie Vixen von Russ Meyer immer mehr Neugierige in Pornokinos, auch wenn Russ Meyer-Filme gar keinen Hardcore-Porno zeigten, sondern eher Sexploitation. Andererseits wurde ausgerechnet eine gerichtliche Klage Mitauslöser dafür, dass Pornokinos zu klein wurden um Pornos zu zeigen und 1972 schließlich zwei Pornofilme erfolgreich die großen Kinopaläste eroberten. | ![]() |
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Pornokino
in den 70ern
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| Pornos liefen lediglich in Form von kurzen Schwarz-Weiß-Filmchen als sogenannte Stag-Movies illegal in Clubs und Bordellen. Die Freude an pornografischen Filmen war also ein Privatvergnügen entsprechender Herrenrunden. Erst in den 70er Jahren, getragen von der Welle neuer Freizügigkeit, entstanden die ersten Pornokinos, in denen zunächst zwar auch nur ein Stag-Film nach dem anderen lief, doch die Pornofilme endlich für ein breiteres Publikum erfahrbar machten. |
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The
Mitchell Brothers
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Don't Look Back In Anger Das goldene Zeitalter des Pornofilms, Porn Chic, die Krise und ein Happy End Im Zuge der sexuellen Freiheitsbewegung in den 1960ern erfreuten sich Softsexfilme großer Beliebtheit und liefen zunehmend in den großen Kinos der Städte. Pornofilme blieben dem Publikum jedoch noch vorenthalten. |
| Stag-Film um 1910 |
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Plakat
zu Behind The Green Door, 1972
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Plakat
zu Sensations
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Plakat
mit Ron Jeremy
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Video kills the Pornostar oder: Back to the Stag Die Filmbesprechungen zu Marquis des Sade (1994) und Hardcore (1986-1993) zeigen, dass auch auf Filme die nach dem Golden Age entstanden interessant sein können. Es ist nur leider so, dass es nach 1985 kaum noch wirkliche Meisterwerke des Pornokinos gab. Der Grund dafür ist klar und wurde schon häufig thematisiert. Anfang der 80er Jahre setzte der Videoboom ein und das pornografische Vergnügen wieder vom öffentlichen in den privaten Raum verlagert, sprich vom Kino ins heimische Wohnzimmer. Damit kam es zu einer Rückkehr des Stag-Films den es jetzt zwar in Farbe gab, was die Sache aber nicht besser machte. Die pure, meist primitive Darstellung des Sex stand wieder im Mittelpunkt. |
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Radley
Metzger am Filmset
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Hierfür stehen vor allem die Filme der berühmten Regisseure Gerard Damiano (Deep Throat, The Devil in Miss Jones), Radley Metzger (The Opening of Misty Bethooven, The Image) und Lasse Braun (Sensations) sowie die Werke weniger bekannter Helden des Pornofilms wie Jonas Middleton (Through The Looking Glass) oder Stephen Sayadian (Cafè Flesh). Bei allen Unterschieden in ihrer Arbeit haben ihre Filme eines gemeinsam: Sie funktionieren über den pornografischen Kontext heraus als eigenes Kunstwerk. Die Filme leben von ihrer erotischen und künstlerischen Inspiration, von Atmosphäre, Witz oder Ironie, von Ekel, Angst oder Rebellion und das ohne vom Kernthema Sex abzulenken. Jeder geglückte Streifen des Golden Age Of Porn wird dem Zuschauer nicht nur als Pornofilm, sondern auch als erotischer, spannender, obskurer, grausamer oder lustiger Film nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Für künstlerische Ambitionen war jetzt kein Platz und kein Geld mehr da und dennoch stieg die Zahl der Pornoproduktionen von wenigen hundert auf einige zehntausend pro Jahr an, denn viel Geld war zur Herstellung eines Pornos nicht mehr nötig. Die neue Videotechnik machte es für jedermann möglich billige Fickfilmchen zu drehen. Dieser Rückfall in die Frühzeit des Pornos und den Niedergang des Golden Age Of Porn wurde von Paul Thomas Anderson in dem Film Boogie Nights wundervoll aufgearbeitet.
Joe D'Amato und leider keine Folgen
Über viele Jahre gab es nichts Nennenswertes aus der Welt des pornografischen Einheitsbreis zu berichten. Doch irgendwann wurde das schnöde Rumgeficke einigen zu bunt bzw. zu doof und der Porno mit Handlung wurde wieder zur Marktlücke erklärt. Weniger von künstlerischer Inspiration, dafür von der Suche nach dem schnellen Geld getrieben, war es Joe D'Amato der Mitte 90er den Handlungsporno reanimierte. Es ist nun nicht so, dass D'Amato mit seinen Filmen ein zweites Golden Age Of Porn einleitete, was ja durchaus hätte passieren können, doch setzte er neue Maßstäbe mit seinen Filme und die Qualität der Produktionen zog wieder an. In der Regel kamen die Pornos der 90er, inkl. vieler Filme D'Amatos, jedoch nicht wirklich über den Porno von der Stange hinaus.
Mit Marquis des Sade ist D'Amato aber ein zeitloses Meisterstück geglückt. Die Sexszenen haben Biss und Atmosphäre und mit Rocco Siffredi einen Hauptakteur, der sich als den ersten männlichen Pornostar seit Ron Jeremy bezeichnen darf. Mit den großen Meisterwerken des Golden Age verbindet Marquis des Sade nicht so sehr der doppelte Boden mit denen z.B. Filme wie Memories Within Miss Aggie sich auszeichnen, doch um so mehr die natürliche Darstellung von Nacktheit, die in heutigen Pornofilmen mit der Lupe zu suchen ist und die viele Klassiker der 70er so unwiderstehlich macht. Die Körper in der heutigen Pornografie wirken technisch hochgerüstet durch Silikonbrüste, Silikonlippen und durch die unvermeidliche Intimrasur. Was wir heute zumeist sehen sind aufgepumpte Stahlkörper beim Leistungssport. Das ist langweilig anzuschauen und lässt einen Film wie Marquis des Sade um so heller erscheinen.
The Porno of my choice
Doch solche Highlights sind heute Ausnahmen und die Suche nach ihnen ist in der Regel verlorene Zeit. Zwar werden immer wieder neue High-Budget-Produktionen als Meisterwerke angepriesen, doch entpuppen sich diese Filme dann fast ausschließlich als überproduzierte Designerpornos, die lediglich den Charme liebloser Massenproduktionen versprühen und denen nichts vom dem Geist der mit wesentlichen bescheideneren Mitteln hergestellten Pornos der siebziger Jahre anhaftet.
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Doch zum Glück folgten auch Filme wie Alice in Wonderland, Sensations und andere Perlen des Pornofilms, die ihren Plot zum größten Teil bei sich selber, also beim Themen wie Verlangen, Sehnsucht und Verführung fanden und dadurch glaubwürdig waren und deren Regisseure nicht nur kommerzielle, sondern auch künstlerische Ambitionen hatten. |
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Gerard
Damiano
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Plakat zum Film Deep Throat
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Dem kultivierten Pornopublikum von heute bleibt also nur nach akzeptablen Stag-Filmen Ausschau zu halten, nach Sparten-Pornos, wie es inzwischen heißt, die sich speziell den ganz persönlichen Passionen wie z.B. Analsex, Fußerotik oder Cum-Shots annehmen. Für das umfassendere Filmerlebnis, für den exklusiven Erotikabend zu zweit oder alleine lohnt ein Blick zurück ohne Zorn und Wehmut. Denn sie sind ja alle noch zu sehen, die Pornos der 70er und frühen 80er Jahre. Die besten und außergewöhnlichsten Filme aus dieser wilden Zeit werden Ihnen hier auf pornoklassiker.de präsentiert. |
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Brigitte
Maier, der Star aus Sensations
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Lasse
Braun im Kreise seiner Liebsten
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Anzeige
zu Memories Within Miss Aggie
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Promotion
für Deep Throat
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