SENSATIONS (Holland 1975)

 

Sensations schildert die erotischen Abenteuer die Margaret und ihre Freundin Julie in Amsterdams Künstlerszene erleben. Während Margaret zuerst nicht weiß, was sie von den frivolen Spielchen der Leute halten soll, gibt sich Julie schnell den süßen Verlockungen hin. Nach einem Besuch bei einer sexhungrigen Kunstsammlerin und bei ihrem SM-veranlagten Freund bedarf es nur noch einer kurzen Diskussion unter Freundinnen, dann ist schließlich auch Margaret bereit, es mit der freien Liebe zu probieren.

Gut gelaunt besuchen die Damen eine Vernissage, die (wie könnte es anders sein?) erotische Kunst zum Thema hat. Auf der sich anschließenden Party geht es dann mächtig zur Sache und eine sehr ausgefeilte Tour-de-Porn nimmt ihren Lauf. Sexfreaks jeglicher Couleur gehen kreativ und extrem zu Werke. Eine sonderbare Frau masturbiert vor Partygästen mit einem Zauberstab, eine andere pisst einem glühenden Verehrer in den Mund, ein Mann leckt einer eleganten Dame den mit Kokain benetzten Kitzler und gekifft wird natürlich auch viel. Zum Ende der Party, wendet sich die illustre Runde Margaret zu. Frauen und Männer beginnen sie zu lecken und zu beißen. Sie wird nach allen Regeln der Kunst tatsächlich vernascht, denn auf dem Höhepunkt von Margarets Lust, löst sich die Heldin des Films plötzlich in Luft auf. Von einer Sekunde auf die andere ist sie weg, und dieser zauberhafte Film ist zuende.

Sensations ist erotisches Kino in höchster Vollendung. Porno-Papst Lasse Braun (siehe auch Sex Maniacs und American Desire) vereinigt hier Porno, Kunst und Hippietum auf leichte und fast surealistische Art. Das herbstliche Amsterdam und das liberal-hedonistische Klima in der Stadt und die Drogen müssen sich magisch auf den Regisseur und seine Crew ausgewirkt haben. Intelligente Dialoge über Sex und Moral überlagern sich mit filigranen Analsex- oder Blowjobszenen im schönsten Ambiente. Der sonderbaren Atmosphäre des Films kann man sich so nur schwer entziehen.

Mit Brigitte Maier hat der Film zudem eine entwaffnend hübsche und interessante Hauptdarstellerin. Sie scheint tatsächlich etwas schüchtern zu sein, und das passt fabelhaft zu dem Eindruck, dass die anderen Damen und Herren tatsächlich exhibitionistisch veranlagte Hedonisten zu sein scheinen. Auch der Soundtrack des Films verdient es hervorgehoben zu werden. Noch nie wurde in einem Porno so sensibel mit Musik umgegangen. Der zuckersüße Titelsong steht dabei im harten Kontrast zu dem, was wir während des Films sonst an durchgedrehter, doch stets cooler Hippie-Mucke hören.

Sensations war natürlich ein voller Erfolg. Der Film wurde sogar bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes gezeigt und ließ dort so manchen Mainstreamfilm blass aussehen. Wer also auf der Suche nach dem ultimativen Avantgarde-Porno ist, dem sei Sensations unbedingt empfohlen. Prädikat: BESONDERS WERTVOLL!

 

Regie: Lasse Braun

Darsteller/Innen: Brigitte Maier, Tuppy Owens, Eva Quang, Frédérique Barral, Nathalie Morin, Nicole Velna, Tania Busselier, Trixie Heinen, Véronique Mone, u.a.

Laufzeit: 75 Minuten

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